Kein Tagebucheintrag,  Persönlich

Intro – Ein Re-Upload

Da bin ich das vierte mal und versuche einen Blog zu beginnen. Es war, meiner Meinung nach, schwer für jemanden wie mich zu „bloggen“. Ich war schnell verunsichert und irritiert. Habe angefangen und aufgehört. Trotz durchweg guten Feedback von Fremden. Freunden habe ich nie erzählt das ich einen Blog schreibe. Ich hatte Angst vor dem Versagen und nachher da zu stehen und zugeben zu müssen Zeit verschwendet zu haben.

Und nun sitze ich hier. Höre Post Melone, Dampfe vor mich hin und beginne wieder von vorne. Aber warum versuche ich es schon wieder? Sind meine vorigen Probleme aus dem Weg geschafft worden? Hat mich der Mut gefunden?

Warum habe ich mich umentschieden?

Ich will raus aus der Komfortzone. Ich mag das Schreiben sehr gerne. Eines meiner größten Träume ist es eines Tages ein Buch zu veröffentlichen. Und deshalb dachte ich mir schon vor dem ersten Mal „Hey, schreib doch einen Blog! Nutze es um Schreibübungen zu machen, deine Gedanken freien Lauf zu lassen und bekomme sogar Feedback dafür!“

Also begann ich meinen ersten Blog mit Erwartungen eines typischen Anfängers. Ich hatte absolut keine Ahnung was ich schreiben soll. Also schrieb ich random irgendwas zusammen, komplett ohne Ziel und System. Erwartete schnell 100te von Followern und Kommentatoren von Gleichgesinnten um mir ein Netzwerk aufzubauen. Haha.. wie naiv ich doch war. Anstatt mal nachzudenken. Ich bin selber eher der stille Mitleser. Verfasse meine Kommentare in meinem Kopf und schreib sie dann doch nicht. Wieso erwarte ich von anderen Menschen das sie es dann tun? Dummes kleines Ding… Also schmiss ich hin.

Funktioniert es tatsächlich mehrere Blogs als Anfänger zu starten?

Dennoch wuselten 100 Ideen in meinem Kopf die ich mit niemanden teilen konnte. Einige Zeit später begann ich weitere Versuche. Ich wollte es besser machen und fing an zu recherchieren. Was kann ich besser machen? Ich las andere Blogs, fing an mir Pinterest Pinnwände zusammen zustellen und las Artikel wie: „So schreibst du den perfekten Blog!“ – „In 4 Schritten zum perfektem Blog“ – „Alles was du übers bloggen wissen musst“ – „Erfahre was deine Zielgruppe ist und wie du sie für dich gewinnst“ usw…

Das spannende an der Sache ist, das viele Beiträge komplett den gleichen Inhalt hatten. Es wurde nur anders geschrieben:. Schaffe Mehrwert, schreibe über Themen die jetzt Top Modern sind, clickbait ist gar nicht so schlimm, Verkaufe ein Sandwich für den Preis von 5 Unzen Gold etc. Mir wurde suggeriert das ich erfolgreich werden kann, natürlich mit vorgeschrieben Themen. Ich war ernsthaft der Meinung das es Zeitverschwendung wäre, wenn ich kaum Leser hätte und ich es dann lassen kann. Also begann ich zwei verschiedene Blogs zu starten (haha… zwei Blogs… als Anfänger…).

Bei einem versuchte ich Rezensionen zu schreiben. Um regelmäßig Posts zu veröffentlichen, musste ich ja auch die Zeit haben soviel zu lesen (und ich liebe es zu lesen, besitze aktuell knapp 500 Bücher). Ich war zu der Zeit Schichtarbeiterin. Jap.. sehr schlau. Der zweite Blog sollte Kurzgeschichten beinhalten. Ich wollte einfach eine strikte Trennung, da mir Blogs auf die Nerven gingen die 500 Dinge in einem haben. Jedenfalls ging das natürlich auch in die Hose. Kaum Zeit durch die Arbeit. Mein Ehrgeiz wollte das ich regelmäßig was poste, so wie die Blogger, die totale Vollprofis sind. Ich wollte unbedingt ein Vollprofi sein…

Und jetzt?

Inzwischen ist mir das total egal. Ich bin inzwischen umgezogen, in einer stabilen festen Beziehung und habe alle Brücken abgebrochen um ein neues Leben zu beginnen. Und ich bin gewachsen. Charakterlich.
Ich werde bloggen. Mir ist es egal ob das jemand liest oder nicht. Ich schreibe hauptsächlich für mich. Wenn ich noch anderen Menschen Freude bereiten kann ist das super. Aber es ist für mich nicht mehr das wichtigste. Es ist auch nicht mehr wichtig ob das jemand weiß oder nicht. Meine alten und neuen Freunde wissen das ich gerne schreibe, wieso sollte es dann ein Problem sein? Und wenn ich versage… das werde ich nicht. Für mich ist es schon ein Sieg, das ich wieder angefangen habe zu schreiben. Nichts ist Zeitverschwendung. Ich muss auch nichts regelmäßig veröffentlichen. Und wenn nur einmal im Monat was kommt, dann ist das so.

Wenn dieser Text von einem verunsicherten und irritierten Menschen wie ich es damals war gelesen wird, habe ich folgendes für dich:
Mach’s einfach. Zieh es durch. Warte nicht darauf das die Zeit kommt. Tu es einfach. Scheiß darauf was andere dir sagen wie du etwas zu machen hast (außer er verbessert deine furchtbar schlechte Rechtschreibung… Ich nehme gerne Rechtsschreibnachhilfe!).

Das war’s auch schon mit meinem Intro. Ich setze mich nicht mehr unter Druck.
Tatsächlich ist dies der ehrlichste Text den ich je öffentlich geschrieben habe. Das bin ich. Ich bin Annie.

PS: Laut Ratgeber muss ich am Ende von jedem Text eine Frage stellen, damit ich die Leute zum kommentieren animiere. Findet ihr das nicht auch doof?

3 Kommentare

  • Ulrike

    Guten Morgen Anika,

    über elizzys Novemberschreibaufgaben bin ich auf Deinen Beitrag gestoßen und gespannt darauf, was Du beim writing friday veröffentlichst. Beim Lesen Deines Beitrags habe ich mich wieder an meine Bloganfänge erinnert. Mein erster Versuch hat nicht sehr lange gedauert, da ich an der Technik verzweifelt bin. Außerdem konnten dort nur Leute kommentieren, die bei jenem Seitenbetreiber auch angemeldet waren, was ich aber nicht schlimm fand, weil es für mich quasi ein Tagebuch war.

    Mein Neuanfang bei WordPress liegt jetzt schon sechs Jahre zurück, aber um die Anzahl von Followern habe ich mir nie groß Gedanken gemacht. Mir war wichtiger von anderen Hobbyschneiderinnen ein Feedback zu bekommen und meierseits anderen Nähnerds mit Tips zu helfen. Lieber ein kleiner Kreis, der sich gegenseitig hilft als haufenweise Clicks zu bekommen… Tips wie diese „schreibe über Themen die jetzt Top Modern sind“ also sogenannte Clickbaits habe ich bewusst nie gelesen, weil ich meine Texte lieber persönlich halte.

    Uff. Ganz schön viel Monolog. Dass Du solche Tips beiseite lässt und so schreibst, wie Du willst und was Du willst und die Sache durchziehst, ist eine tolle Einstellung. Denn damit hebst Du Dich aus der immergleichen gesichtslosen Masse heraus. Wer weiß schon, wie vielen Menschen solche „Clickbait“-Artikel auf den Keks gehen – vielleicht sind das genau die, die unsere Texte gerne lesen. Schaffe Mehrwert? Den kann ich mir bei Texten im Stil von „5 Tips für ein schönes Fest“ oder „5 Gründe, warum blablabla für die Tonne sind“ nun nicht vorstellen – aber bei Texten, die mit Freude und Hingabe geschrieben worden sind. Wenn dann noch anregende Kommentare kommen und sich Gespräche daraus entwickeln, umso besser. Und wenn’s „nur“ hundert Follower sind, so what…

    Und zum Schluss von mir noch ein paar Worte über den Ratschlag, dass man eine Frage stellen soll, um den Leser zum Kommentieren zu animieren: Diesen Ratschlag mag ich genauso wenig wie Du; denn um einen Kommentar zu schreiben, brauche ich keine Animation per Frage, und die Anzahl der von mir kommentierten Beiträge mit einer Frage am Ende ist im Verhältnis zu denen ohne eine solche Frage eher gering.

    Das war es nun von mir – ein zugegeben etwas langer Kommentar und „Willkommensgruß“

    Liebe Grüße
    Ulrike

    • Annie

      Guten Morgen Ulrike,

      vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar und deinem Willkommensgruß <3

      Ich freue mich sehr darüber, dass es noch andere Blogger gibt die wirklich nur bloggen aus dem Grunde der Freude am bloggen, die die Möglichkeit des Austauschens mit anderen Interessierten suchen und nicht diese standartmäßigen Clickbait Geschichten generieren. Ich freue mich auch sehr, dass es auch andere gibt, die meine Meinung zu den Fragen am Ende teilen! Wobei ich bei ein paar Dingen die ich in Planung habe, tatsächlich eine sinnvolle Frage am Ende habe, da mich wirklich interessiert was der Leser dazu denkt. Ergo gibt es also vielleicht doch manchmal einen Sinn eine Frage zu stellen. Mal abwarten wie es in der Realität nachher aussieht ^^

      Bezüglich des Writing Fridays freue ich mich auch sehr, dass ich endlich wieder (zumindest halbwegs) die Zeit gefunden habe, etwas zu schreiben. Der heutige wird irgendwann heute online kommen, wenn ich zufrieden mit meinem Geschriebenen bin. Machst du auch bein Writing Friday mit? Hinterlasse mir nachher gerne einen Link unter meinem WF Beitrag! Und ich nehme mir am Wochenende Zeit ihn mir durchzulesen!

      Herzlich Willkommen in meiner Welt und ich hoffe du findest hier interessante Beiträge für dich! Wobei ich bei deinem Interesse der Schneiderei eher denke, dass meine künftige Co-Autorin mehr deinen Geschmack treffen wird ^^

      Viele Grüße aus der Eifel
      Anika

  • Ulrike

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort; tatsächlich ist der Writing Friday inzwischen der Tag, auf den ich mich am meisten freue und an dem ich seit Juli jetzt regelmäßig dabei bin. Auf die Gastbeiträge auf Deinem Blog freue ich mich schon.

    Bis bald.

    Gruß
    Ulrike

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